Die Deutschland Tour 2019:

  • Vier anspruchsvolle Etappen (717,5 Kilometer) im Herzen Deutschlands
  • Strecke als Hommage an 30-jähriges Jubiläum der Öffnung der innerdeutschen Grenze
  • International hochkarätiges Fahrerfeld: mehr als ein Dutzend Etappensieger der Tour de France, die beiden früheren Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas (Team Ineos) und Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) sowie der Weltranglistenerste Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step)
  • Die deutschen Top-Stars: Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe), der im Juli die Tour de France sensationell auf Platz vier abschloss, der Vorjahreszweite Nils Politt (Katusha-Alpecin) und Sprinter Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe)

Klassikeretappen als Erfolgsformel der Deutschland Tour

Im Vorjahr feierte die Deutschland Tour eine überaus erfolgreiche Premiere und verspricht auch 2019 auf vier abwechslungsreichen Etappen ein offenes und ereignisreiches Rennen. Die diesjährige Strecke führt durch das Herz Deutschlands und erinnert anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls an die Öffnung der innerdeutschen Grenze. Nach Start in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist zum Auftakt in Halberstadt eine Sprintentscheidung das wahrscheinlichste Szenario, die folgenden drei Etappen nach Göttingen, Eisenach und Erfurt fallen im Finale hingegen deutlich anspruchsvoller aus. “Nachdem unser Konzept im letzten Jahr so erfolgreich war, wollten wir unbedingt wieder vier Klassikeretappen entwerfen. Davon fühlen sich sowohl Sprinter als auch angriffslustige Puncheure angesprochen. Diese Abwechslung hält die Deutschland Tour bis zum letzten Meter offen“, sagt der Sportliche Leiter der Deutschland Tour, Fabian Wegmann. Perfekte Bedingungen für einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg der Deutschland Tour 2019.

Die Deutschen Stars
Emanuel Buchmann Bora-hansgrohe Deutschland Tour
© Pixathlon

Mit Emanuel Buchmann hat der deutsche Radsport endlich wieder einen Fahrer für die Topplätze großer Landesrundfahrten. Bei der Tour de France im Juli erreichte der Ravensburger sensationell den vierten Platz in der Gesamtwertung. Auch für die Deutschland Tour hat Buchmann hohe Ziele. Emanuel Buchmann: “Es ist toll, vor den deutschen Fans zu fahren. Die Strecke ist für mich womöglich zu leicht, deshalb werde ich vor allem meine Mannschaft unterstützen. Wir haben ein starkes Team und wollen mit Pascal Ackermann mindestens eine Etappe gewinnen. Ihm traue ich aber auch in der Gesamtwertung einiges zu. Ich werde die Rundfahrt dagegen vor allem zum Training nutzen.”

Neben Buchmann peilt Nils Politt ein Top-Ergebnis in der Gesamtwertung an – immerhin erreichte der Klassikerspezialist aus Köln im Vorjahr Platz zwei im Klassement und feierte auf der Schlussetappe nach Stuttgart seinen ersten Profisieg. Nils Politt: “Es wird wieder eine schöne Deutschland Tour und ich hoffe auf viele Menschen am Straßenrand. Dieses Jahr ist das Starterfeld sehr gut besetzt und noch einmal besser als im vergangenen Jahr. Mein Favorit ist Deceuninck-Quick-Step, die haben echt ein starkes Team. Ich werde  von Tag zu Tag schauen, das habe ich im vergangenen Jahr auch gemacht und es hat gut geklappt. Ich schiele aber schon auf die Gesamtwertung.”

Nils Politt Katusha Pascal Ackermann Bora-hansgrohe Deutschland Tour
© Pixathlon

Pascal Ackermann wird sich hingegen dick den sprinterfreundlichen Auftakt nach Halberstadt angekreuzt haben. Der Sprinter aus Kandel stieß mit zwei Tagessiegen beim diesjährigen Giro d’Italia endgültig in die Weltspitze der Sprinter vor. Im Vorjahr verpasste er knapp einen Tagessieg bei der Deutschland Tour – dieses Jahr soll es besser laufen. “Es wird eine interessante und spannende Rundfahrt. Die erste Etappe ist mein Hauptziel, die möchte ich nach Platz zwei im Vorjahr unbedingt gewinnen. Der Parcours ist im Anschluss aber anspruchsvoll und liegt vielen Fahrern. Daher muss an den Tagen danach schauen, wie es läuft und was ich noch erreichen kann.”, blickt Pascal Ackermann optimistisch auf die Rundfahrt.

Die Youngster Kämna und Evenepoel
Lennard Kämna Sunweb Remco Evenepoel Deceuninck-Quick Step Deutschland Tour
© Pixathlon

Für Furore bei der Deutschland Tour wollen auch zwei Jungstars sorgen. Im vergangenen Jahr gehörte Remco Evenepoel (Deceuninck-Quick Step) noch zu den Junioren, ein Jahr später düpiert der 19-Jährige regelmäßig die ältere Konkurrenz bei den Profis. Zuletzt gewann er die Clásica San Sebastián und den EM-Titel im Zeitfahren und wird bereits mit dem großen Eddy Merckx verglichen. Die Radsportszene staunt über den belgischen Überflieger und ist gespannt auf seinen Auftritt bei der Deutschland Tour. “Für mich ist es das erste Rennen in Deutschland und freue mich auf die Rundfahrt. Ich fühle mich frisch und bin motiviert. Wir haben bei Deceuninck-Quick Step mit Julian Alaphilippe und Yves Lampaert allerdings auch noch andere gute Fahrer. Entscheidend werden meiner Meinung nach die Etappen zwei und vier, an diesen Tagen wird die Gesamtwertung entschieden.”

Ebenfalls enorm weit für sein Alter ist Lennard Kämna (Team Sunweb). Der 22-jährige legte im Juli ein beeindruckendes Debüt bei der Tour de France hin und glänzte vor allem in den Bergen mit guten Ergebnissen. Daran möchte er bei der Deutschland Tour anknüpfen. “Mein erstes Ziel ist es, in Erfurt anzukommen. Meine Form ist nicht mehr ganz so gut, das habe ich in Hamburg gemerkt. Ich werde aber trotzdem versuchen, vorne mitzufahren und hier und da mal anzugreifen. Die Konkurrenz ist aber stark.”

Rundfahrer-Ass Vincenzo Nibali
Vincenzo Nibali Bahrain-Merida Deutschland Tour
© Pixathlon

Vincenzo Nibali gilt als einer der komplettesten Fahrer seiner Generation: Der Italiener gewann neben der Tour de France, dem Giro d’Italia und der Vuelta a Espana auch prestigeträchtige Eintagesklassiker wie die Lombardei-Rundfahrt und Mailand-Sanremo. Das macht ihn auch bei den Klassikeretappen der Deutschland Tour zu einem ernsthaften Kandidaten für den Gesamtsieg. “Ich war das letzte Mal 2005 bei der Deutschland Tour und kann mich erinnern, dass ich am Ende sehr müde und gestresst war. Damals war die Rundfahrt aber auch noch länger. Das Starterfeld ist in diesem Jahr sehr stark. Die Etappen sind spannend, aber für mich nicht bergig genug. Daher werde ich wohl in erster Linie für unseren Sprinter Sonny Colbrelli arbeiten.”, so Vincenzo Nibali.